120 Waisenkinder des städtischen Waisenhauses aus Köln-Sülz, Sülzgürtel 47, waren 1935 zur Nikolausfeier am Flughafen Butzweilerhof eingeladen. 28 ausgeloste Kinder durften mit dem Nikolaus Köln 10 Minuten von oben sehen.

http://www.luftfahrtarchiv-koeln.de/nikolaus.htm
(Bitte zur Jahreszahl 1935 scrollen.)

hier der neugeschriebene text (mit der rechtschreibung des originals) aus dem artikel “Der Nikolaus kam mit dem Flugzeug”, der auf der seite eventuell schwer zu lesen ist:

Die Weihnachtsmärchen, in denen St. Nikolaus vom Himmel kommt, sind Wahrheit geworden, denn was so ein richtiger Weihnachtsmann ist, der weiß auch die Fortschritte unserer Technik zu schätzen und kommt mit dem Flugzeug, landet punktgerecht auf dem Rollfeld und wird dann mit vielem Staunen und Verwundern von seinen kleinen Freunden empfangen.

So geschah es auch gestern nachmittag, als sich die Kleinsten des Waisenhauses Köln auf dem Flugplatz versammelt hatten. Schon lange Zeit vorher hatte sich die Schar der kleinen Jungen und Mädchen versammelt, und in das Geheul der Flugmotoren mischte sich der stimmungsvolle Weihnachtsgesang. Aber plötzlich, eine dunkle Wolke war über den Himmel gezogen, verstummte der Gesang und ein Mann verkündete daß der Weihnachtsmann wegen schlechter Witterung den Flughafen Köln kaum anfliegen könne. Die Enttäuschung war überaus groß

Von soviel Schmerz überwältigt, versprach der Mann mit der Hiobsbotschaft, noch einmal den Nikolaus auf seiner Reise telegraphisch anzurufen, um ihn in seinem Entschluß umzustimmen.

Dreihundert Augenpaare verfolgten den einflußreichen Mann mit stummer und flehender Bitte – und siehe da, er hatte Erfolg. Die dunkle Wolke war verschwunden und heller Sonnenschein lag über dem Platz, als das große Flugzeug in prachtvoller Schleife (so ein Nikolaus hat einen sehr guten Piloten) auf dem Flugplatz niederging.

Und wieder übertönten die vielen Stimmen mit Weihnachtsliedern das Motorengeräusch. Dann verstummte alles und St. Nikolaus, der mit seinem düsteren Begleiter Hans Muff erschienen war, hatte diesmal für kurze Zeit auf dem Flugplatz etwas zu sagen. Er lobte die Braven und mahnte die Unartigen. Die letzteren aber waren noch immer so brav, daß Hans Muff nicht zu seinem Recht kam und immer wieder von dem würdigen Mann in die Schranken gewiesen wurde.

In seinem großen Flugzeug konnte der Weihnachtsmann viel unterbringen und nach und nach konnten die Kleinen herantreten und eine Weihnachtstüte in Empfang nehmen. Viele Kinder hatte der Weihnachtsmann mit einem besonderen Geschenk bedacht, mit einer kleinen Marke, die zu einem Rundflug berechtigte.

Nachdem die Kinder mit Schokolade und Kuchen bedacht worden waren, durften 28 Kinder aus der großen Schar zum ersten Mal eine kleine Luftreise antreten. Nach diesem Erlebnis wurden alle wieder in die großen Rundfahrtwagen verfrachtet, und ab ging es wieder der Heimat zu.

 

da seht ihr mal, so lernt man immer wieder noch neues über die ehemaligen bewohner des kinderheim sülz.

bis zum nächsten fundstück – oder einfach bis zum nächsten mal.

mo