Eine Geschichte

verschwindet 

für immer

… der kann sich den deutschen Film “Romeos”  ansehen (2011).

In diesem Film – in welchem es um die Umwandlung einer Transexuellen (Frau zu Mann) mittels Hormontheraphie und Chirurgie geht – der an vielen Orten in Köln spielt, stellt die obere Etage des Hermann Josef Hauses ein Wohnheim für Zivis und Schwestern dar. Der große Balkon trennt genau dort die beiden Lager, wo früher auch die Gruppen getrennt waren. Eine der darunterliegenden Gruppen stellt ein Wohnheim für behinderte?/alte? Menschen dar.

Der Film ist, meiner Meinung nach, recht interessant. Er wurde von allen Filmkritikportalen hoch bewertet und hat sogar von der Deutschen Film- und Medienbewertung das Prädikat wertvoll erhalten. Aber natürlich fand ich die Ein- und Aussichten der Zimmer, der Balkone und die Auffahrt der Küche an der Münstereifeler Straße am Interessantesten.

Wer dazu noch was wissen möchte, bezogen auf “wo hast du ihn geguckt?”, der schreibt mich mal an. (Wer meine Mailadresse nicht hat, der geht über das Briefumschlag-Symbol meines verleichbaren Eintrages auf Kinderheim Köln Sülz.)

Viel Spaß,
mo

PS: Ich danke meinen Bruder Karl-Heinz – oder wie er sagt “Kalle” – , der mich heute Abend mit der Nase auf diesen Film gestoßen hat.

Was wir in den Jahren seit der Entstehung von Kinderheim Köln Sülz schon so alles dort hochgeladen haben:
Philosophische Texte und Sinnsprüche, einige Lebensgeschichten und jede Menge Bilder.
Ein Dankesgedicht und auch Videos wurden schon gemacht/verlinkt.

Und jetzt kommt noch ein Gedicht dazu, von Brusselfred, dem Sülzer der nach Amerika gezogen ist.

Hier sein Werk über das KInderheim Köln Sülz.

Download (PDF, 24KB)

 

 

Kunst_kirche

Bild: Anna Chulkova, freischaffende Künstlerin Köln

Mit Kunst Erinnerungsorte darzustellen haben die Studentinnen, Studenten und freischaffenden Künstler ein beindruckendes Ergebnis geschaffen. Die gestern eröffnete Ausstellung im alten Aufnahme- und Verwaltungsgebäude des ehemaligen Städtischen Kinderheimes Köln Sülz füllte sich noch einmal mit zahlreichen Besuchern, bevor das Gebäude endgültig kernsaniert wird. Dank der GWG Genossenschaft konnten alle leerstehende Räume mit Ideen und Kunst gefüllt werden.

Selten konnte man sich noch einmal intensiv mit Leuten unterhalten und die dargestellte Kunst als Gedankenaustausch nutzen. Damit dürfte zu Recht von einen einmaligen Event gesprochen werden.

Die Studentinnen und Studenten haben nach gründlicher Vorbereitung zum Thema “Erinnerungsorte Kinderheim Sülz” Kunstprojekte geschaffen, die auch mir neue Betrachtungsweisen verschafften.

Erstaunt hat mich doch bei allen Kunstteilnehmer/innen ihre Entdeckung von Gegenständen, die lose im Gebäude rum lagen (Lampenfassungen, Türklinken, Haken etc), oder Häuserwinkeln (Fallrohre mit Widerhaken z.B.), die selbst mir erst jetzt aufgefallen sind. Mit nahezu allen Entdeckungen konnten die Künstler etwas anfangen. So liegt in einem Raum eine sehr große Baumwurzel (Aussage einer Ehemaligen: Jeder Baum der auf dem alten Heimgelände gefällt wurde ist auch ein verlorenes Kind!). Auch der allseits bekannte Spruch am Ursulahaus wurde künstlerisch verarbeitet.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 24.06.2015 und ich kann nur jedem einen Besuch empfehlen.

 

 

 

Freistatt ein Film von ein Film von Marc Brummund
mit Louis Hofmann, Alexander Held, Max Riemelt, Katharina Lorenz, Stephan Grossmann,
Uwe Bohm u.a.
Deutschland 2015, 104 Minuten, deutsche Originalfassung
Kinostart 25.06.2015

Plakat Freistatt

Verleih
Salzgeber & Co. Medien GmbH
Prinzessinnenstraße 29 · 10969 Berlin

Sommer 1968. Der Wind der Veränderung ist in den norddeutschen Kleinstädten allerhöchstens als Brise zu spüren. Mit selbstverständlicher Aufmüpfigkeit begegnet der 14-jährige Wolfgang seinem Alltag, seiner Mutter und vor allem seinem Stiefvater. Als er von seiner Familie in die abgelegene kirchliche Fürsorgenanstalt FREISTATT abgeschoben wird, findet er sich in einer Welt wieder, der er nur mit noch unbändigerem Freiheitsdrang begegnen kann: Verschlossene Türen, vergitterte Fenster, militärischer Drill während der als Erziehung verbrämten täglichen Arbeitseinsätze in den Mooren der Umgebung. Doch für Wolfgang ist eins klar: Seine Sehnsucht nach Freiheit wird er so schnell nicht im Moor begraben.

Frühsorgeerziehung im Nachkriegsdeutschland,
Beispiel Freistatt

“Wenn du nicht brav bist, kommst du ins Heim!”

Ihr Schicksal wurde bis vor kurzem wenig thematisiert: In den 1950er und 1960er Jahren wurden über eine halbe Million Kinder und Jugendliche in kirchlichen und staatlichen Heimen der Bundesrepublik oft seelisch und körperlich schwer misshandelt und als billige Arbeitskräfte ausgebeutet. Viele leiden noch heute unter dem Erlebten, verschweigen diesen Teil ihres Lebens aber aus Scham, selbst gegenüber Angehörigen. Manchmal genügte den Ämtern der Hinweis der Nachbarn auf angeblich unsittlichen Lebenswandel, Nichtigkeiten wie “Arbeitsbummelei”, Schulschwänzen oder auch die reine Willkür der Eltern, um junge Menschen für Jahre in Heimen verschwinden zu lassen. In diesen Institutionen regierten gar nicht oder nur unzureichend ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher, die oft einem Orden angehörten und als Verfechter christlicher Werte auftraten, mit aller Härte. Den Jugendlichen wurden keine oder nur mangelhafte Ausbildungsmöglichkeiten ermöglicht. Nur wenig von dem, was im Inneren der angeblichen Erziehungsheimen stattfand drang damals nach außen. Die “Heimkampagne”, ausgelöst von Andreas Baader und Ulrike Meinhof, und die Proteste der 68er brachten nur allmählich einen Wandel. Der “Runde Tisch Heimerziehung” des Deutschen Bundestages verabschiedete erst Ende 2010 eine kaum befriedigende und sich nun hinschleppende Entschädigung der Betroffenen.

Die Diakonie Freistatt im Kreis Diepholz, Niedersachsen, galt bis in die 1970er Jahre als eine der härtesten Einrichtungen der Jugendfürsorgeerziehung und Endstation vieler Heimkarrieren. Als Außenstelle der in Nordrhein-Westfalen gegründeten und ansässigen von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel war sie, weit abgeschieden und umgeben vom norddeutschen Moor, mit Presstorfproduktion, Schlossereien und Schmieden als reiner Wirtschaftsbetrieb konzipiert, der die billigen Arbeitskräfte brutal ausnutzte. Die im damaligen Freistatt erlittenen Schicksale sind in ihrer Drastik exemplarisch für das Unrecht, das jungen Menschen überall in solchen Heimen in der Bundesrepublik angetan wurde und das sie im Namen von Kirche und Staat kollektiv meist fürs ganze Leben gebrochen und verroht hat.

Freistatt ist heute eine der wenigen offenen Anstalten. Man gibt zu, dass hier im Namen der Kirche unsägliche Dinge geschehen sind. Ehemalige dürfen ihre alten Akten sehen, und die Heimleitung stellt Bescheinigungen aus, auf denen steht, dass die damalige Arbeit nach heutigen Maßstäben sozialversicherungspflichtig gewesen wäre. Neben dem initiierenden Sachbuch von Peter Wensierski “Schläge im Namen des Herrn” (2006) war speziell die von den von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel selbst in Auftrag gegebene Studie “Endstation Freistatt” von 2009, über die Fürsorgeerziehung bis in die 1970er Jahre, Auslöser für diesen Film. Sein wichtigster Bezug aber ist die von Marc Brummund in vielstündigen Gesprächen aufgezeichnete Geschichte von Wolfgang Rosenkötter, einst Zögling und nun Ombudsmann in Freistatt, die neben weiteren Schilderungen von Erziehern und Betroffenen, auch in anderen Heimen, das Drehbuch von Nicole Armbruster und Marc Brummund mit persönlicher Erfahrung grundierte.

Die Leitung der Diakonie Freistatt hat das Projekt von Beginn an unterstützt und, quasi exklusiv, die Dreharbeiten an den noch weitgehend existierenden Originalschauplätzen ermöglicht.

Quelle:http://www.freistatt-film.de/

Das Kunstprojekt Erinnerungsorte ist bald fertig und der Termin für die Ausstellung der Kunstwerke steht fest. Hier, was Kathy Ziegler vom FEKS schreibt:

Liebe Vereinsmitglieder,

endlich ist es soweit!
Der Vorstand freut sich, euch zur Ausstellungseröffnung am 20. Juni um 11 einladen zu können.

Gezeigt werden die Konzepte, die die Studenten der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft und der Hochschule für Bildende Künste Saar während der beiden Workshops und in Hochschulseminaren entwickelt haben.

Die Ausstellung wird auch am Sonntag, den 21. Juni, von 11 bis 17 Uhr und vom 22. bis 24. Juni jeweils von 16 bis 19 Uhr geöffnet sein.

Bitte leitet die Einladung weiter an eure Freunde und Bekannte, Interessierte, Kollegen oder auch besondere Kontakte innerhalb Kölns, Institutionen, Vereine oder Stadtprominenz.

Wir hoffen euch alle am 20. Juni zur Eröffnung begrüßen zu können.

Herzlichst
Kathy Ziegler

Nur wo genau das Ganze auf unserem ehemaligen Heimgelände stattfinden soll weiß ich noch nicht.
Doch sobald Kathy es mir mitteilt, gebe ich euch natürlich sofort weiter, wo ihr die Kunstwerke sehen könnt.

Mal sehen, was die Damen und Herren Künstler so geschaffen haben.

Viel Spaß bei der Ausstellung.
mo

 

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Guten Tag alle zusammen,

oder besser guten Tag an die, die sich auf diese Seite verirren und lesen was wir hier schreiben.

Ich habe mir seit einiger Zeit Gedanken darüber gemacht wie ich dem FEKS dafür danken kann, dass er sich so ins Zeug legt, um für uns Ehemalige einen Erinnerungsort zu schaffen.

Besonders fiel mir das wieder mal auf am Tag des guten Lebens in Sülz auf.
Die Arbeit des FEKS hatte sich gelohnt – der Stand war gut besucht. (Was dann von den Interessierten übrig bleibt steht auf einem anderen Blatt.)

Birgit machte sich auch Gedanken darüber und bedankte sich beim anwesenden Vorstand herzlich mit Spende und Handschlag. Auch Ute zeigte ihre Anerkennung durch eine Spende.

Nun, ich habe dann zu Hause überlegt, was ich denn besonderes machen könnte.
Und wie ich Kathy dann schrieb, so teil ich euch das auch hier mal einfach mit:
Ich habe nicht viel Geld, kann also außer meinem Vereinsbeitrag nichts geben..
Ich bin im Moment gesundheitlich gehandicapt, kann daher also nicht immer körperlich dabei sein.
Mein Ofen ist aus dem letzen Jahrhundert – oder eher dem Vorletzten 🙂 – so dass es mit Kuchen oder sonstigem Gebackenem auch nicht ganz einfach ist.

Also hab ich mich hingesetzt und mich mit Worten bedankt: Einem Gedicht auf Kölsch.

Das zeige ich euch nun hier, um euch mal die Antwort von Kathy darauf zu zeigen.
Denn sie ist wirklich sehr schön – und motiviert euch evtl.dazu, doch noch aktiv beim FEKS mitzumachen.

Wir würden uns wirklich sehr freuen, wenn noch mehr Ehemalige dabei wären!

In diesem Sinne tschüss.
mo

 

ps: dat ding süht su us, weil ich dat als dubbelkaat enjeschmisse han. tex links un räächs in d’r medd.

Download (PDF, 46KB)

 

 

 

 

 

Der FEKS stellt sich am Tag des guten Lebens in Sülz vor und wirbt dort auch für neue Mitglieder.

Heute habe ich eine Mail von Kathy Ziegler bekommen, in welcher sie schrieb:

Unser Standort ist die Berrenrather Str. 348 vor der Waschbox,
Nummer F13, wir gehören zur Gruppe Freiraum. Beginn ist 11 Uhr, Ende 20
Uhr. Wer den Stand besuchen möchte, ist herzlich willkommen.
Wer noch beim Auf- und Abbau, sowie tagsüber helfen möchte, meldet sich
bitte bis zum 18. Mai bei mir. Schön wäre, wenn wir eine Gruppe von
Ehemaligen Heimbewohner oder auch Mitarbeitern zusammenbekommen, die ein paar Führungen auf dem Gelände anbieten könnten.

Hier das Programm für den Sülzer Tag des guten Lebens am 31.05.2015, auch zum downloaden:

Download (PDF, 983KB)

Ich hoffe, es werden einige von euch Frau Zieglers Aufruf nachkommen.

Bis dann in Sülz!

 

Hallo ihr da draußen vor den Höllenmaschinen,

in meinem Fall der Rechner, in den meisten eurer Fälle wohl das Superhandy. 😉

Ihr habt nun, möglicherweise zum letzten Mal, noch mal die Gelegenheit euch in die Gestaltung des Erinnerungsortes/der Erinnerungsorte mit einzubringen.

Wie schon im Forum gepostet wurde, waren an diesem Wochenende Kunststudenten der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter und der Hochschule der Bildenden Künste in Saar auf unserem ehemaligen Heimgelände zu Gast. Sie konnten sich alle Tafeln der Ausstellung ansehen und mit 5 von uns (den Fünfen die an dem Tag anwesend waren) über ihre Heimzeit sprechen.

(leider nur ein schlechtes bild von klaus)

Leider nur ein schlechtes Bild von Klaus

Leider ein noch Schlechters von Karin

Leider ein noch Schlechters von Karin

Die Kunststudenten haben interessante Ideen bezgl. der Umsetzung des/der Erinnerungsorte/s.

Da ist z.B. Hannah Bielecki, die ihre Idee auch schon im Forum vorgestellt hat:
Sie möchte unseren Erinnerungen einen Raum in Form von Portraits geben. Ihr könnt für ihr Projekt selbst entscheiden, in welchem Alter ihr porträtiert werden möchtet. Wichtig ist allerdings, dass ihr auf dem Bild, welches ihr sendet, gut zu erkennen seid.
Und ein paar Worte zur Stimmung und Lebenslage des Bildes wären ganz sicher sehr hilfreich – aber bitte keine Romane. 🙂
Bei dieser Art von Arbeit können auch die Ehemaligen mitmachen, die nicht vor Ort leben und/oder nicht zu bestimmten Terminen anwesend sein können.

Und dann ist da z.B. Anna Thinius (die ihre Idee wohl selbst noch hier vorstellen wird, zu der ich aber – wenn ich denn schon mal dran bin – jetzt auch direkt was zum Besten gebe):
Sie nennt ihr Projekt “Emotional Baggage”. Sie schreibt: “Der Begriff “Emotional Baggage”, zu Deutsch “Emotionales Gepäck”, ist eine Metapher für starke, meist belastende Emotionen und Erinnerungen, welche wir mit uns herumtragen.” Das konkrete Werk wird sich zusammensetzen aus je einem Foto des Objektes und einem Interview.

von links nach rechts Peter H., Nikolaus V. Monika H.

Von links nach rechts Peter H., Nikolaus V. Monika H.

Auf Nachfrage eines Ehemaligen und meinerseits, ob denn auch Jemand bei dem Projekt mitmachen könnte der sich zwar genau an einen Gegenstand erinnern kann, der Gegenstand jedoch nicht mehr vorhanden ist, kam diese Antwort: “Für alle Dinge die es nur noch in der Erinnerung gibt, kann ich versuchen nach Beschreibung der Teilnehmer Phantomzeichnungen zu erstellen. Diese können anstelle der Fotos von existierenden Gegenständen ausgestellt werden.” Auch bei dieser Art von Arbeit können somit vielleicht Ehemalige mitmachen, die nicht vor Ort leben und/oder nicht zu bestimmten Terminen anwesend sein können.

Ich hoffe sehr, dass uns auch noch mehr Kunststudenten ihr Projekt hier vorstellen werden, denn es waren sicher lauter helle Köpfe vor Ort, die uns mit ungewöhnlichen umsetzbaren tollen Ideen zu unserem/n Erinnerungsort/en verhelfen wollen. Die Arbeiten werden, voraussichtlich, am 20. Juni in der Kirche ausgestellt.

Und ich hoffe auch sehr, dass sich vielleicht doch noch welche von uns Ehemaligen am Gesamtprojekt beteiligen.

Es regnet heute, also raus aus den Sitzen und rann an die Suche nach einem brauchbaren Bild oder nach einer irgendwo gelagerten/versteckten wichtigen Erinnerung. (ein dank an die liebe ute, für die beiden links)

http://www.report-k.de/Panorama/Koeln-Panorama/Ehemaliges-Kinderheim-Koeln-Suelz-Projekt-fuer-Erinnerungsort-43436

http://www.ksta.de/lindenthal/heinz-mohnen-platz-in-suelz-dem-viertel-fehlt-noch-der-mittelpunkt,15187510,30481800.html